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Erfahrungsbericht zum Fasten

Warum faste ich überhaupt?


Wir starten das Jahr mit einem ungewöhnlichen Plan. Wir werden fünf Tage nichts Essen inklusive ein paar wundervollen Entlastungs- und Aufbautagen. Dabei möchte ich zu Beginn festhalten, dass mein Mann und ich blutige Fasten-Anfänger sind.

Der Fastenplan
Vorbereitung aufs Fasten

Ich bin ihm sehr dankbar, dass er direkt mit "ja" antwortete, als ich ihm den Vorschlag nach einer Joggingrunde mit meiner Freundin unterbreitet habe. Meine Freundin war bereits im Oktober in einem speziellen Hotel zum Heilfasten und hat mich von ihrer Begeisterung und ihrem Plan, 2021mit einer Fastenwoche zu starten, total angesteckt.


Alleine der Gedanke an ein paar fitte, neue Zellen und einen glücklichen, sauberen Darm hat mich recht schnell überzeugt. Entschlacken ist das Zauberwort. Und ich persönlich finde, dass bei 365 Tagen im Jahr 5 Tage eine gute Investition in die Gesundheit sind. Um aber komplett ehrlich zu sein, fällt mir der Verzicht auf "Nervennahrung" ganz besonders schwer. Wie soll ich denn bitte ohne meinen Cappuccino mit ganz besonders viel Milch in den Tag starten? Über Schokolade möchte ich hier gar nicht reden! Wie soll ich denn bitte mehr als sieben Tage im voll angesagten Home-Schooling auf die absolut lebensnotwendige Schokolade verzichten? "Naschkatze" trifft es bei mir am besten. Aber hey, was tut man nicht so alles für einen glücklichen Darm? Bei den ganzen süßen Versuchungen habe ich umso mehr den Wunsch, es mir zu beweisen. So schwer kann das ja schließlich nicht sein!


Notiz an mich fürs nächste Mal: Die Kinder müssen in der Schule sein. So ist Frühstück, Mittag und Snack schon mal durch den Ganztags-Schulbetrieb abgedeckt. Kochen für die Kids und dann beim Essen zugucken ist echt eine Qual.


Und glaubt mir, das Essen von den Kindern hat soooo super lecker gerochen. Außerdem ist es faszinierend wie oft man beim Kochen eigentlich probiert, nascht oder den Löffel ganz unbewusst ableckt.



Mentale Vorbereitung


1. Der richtige Zeitpunkt


Es empfiehlt sich in einer ruhigen Zeit zu fasten. Wir haben dafür die erste Januar Woche gewählt. Da uns die Erfahrungen fehlen, wie unser Körper auf den Verzicht reagiert, war uns eine ruhige Zeit wichtig. Unsere Kinder hatten also noch Ferien und wir einen ruhigen Start bei der Arbeit. Mit dem Lockdown ist ja eh alles entschleunigt. Verabredungen zum Essen und Ausflüge mit guten Freunden stehen derzeit nur bedingt auf dem Tagesplan. Bei fehlenden Gelegenheiten kommt man auch nicht so schnell in Versuchung etwas zu Essen. Und schließlich muss man ja bei den ganzen Einschränkungen auch mal etwas Positives aus den Kontaktbeschränkungen ziehen.


2. Die richtige Gemeinschaft


Als Anfänger ist es total toll, wenn man sich beim Fasten nicht alleine fühlt. Wir haben also "virtuell" zu sechst gefastet. Meine Freundin hat vorher eine WhatsApp Gruppe gegründet. Dadurch hatten Michi und ich direkt tolle Anregungen, Rezept- und Literaturempfehlungen.

Während des Fastens habe ich immer mal wieder Bilder in meinem Status gepostet. Es war total klasse, wie viele Freunde uns Zuspruch gegeben haben. Oder selber von Ihren Erfahrungen und Fasten Plänen im Januar berichteten. Wenn man das Gefühl hat, etwas nicht alleine zu machen, dann funktioniert es gleich viel besser.


3. Welche Variante ist nun die Richtige?


Wenn man sich also zum ersten Mal mit Fasten beschäftigt, findet man im Netz Millionen unterschiedliche Varianten. Man wird von der Literatur regelrecht erschlagen. Ich war also zunächst super überfordert, denn es gibt:

  • Intervallfasten

  • Heilfasten nach Buchinger

  • Modifiziertes Fasten

  • Basenfasten

  • Schroth-Kur

  • Mayr-Kur

  • Früchtefasten

  • Saftfasten

  • Teefasten

  • Wasserfasten

  • etc.

Man muss ich also für eine Variante festlegen und dann ausprobieren, was für den eigenen Körper am besten funktioniert. Die mentale Vorbereitung und der Wille sich darauf einzulassen ist der erste richtige Schritt.

Wir haben uns also für eine Version des Heilfastens mit dem Fokus auf das Entgiften und Entschlacken entschieden. Uns hat das Buch "Buchinger Heilfasten" von dem Autor Andreas Buchinger mit sehr hilfreichen Tipps sehr geholfen.


4. Heilfasten nach Buchinger


Hier kommt die Anleitung nachedem wir gefastet haben:


"Begonnen wird die Fastenkur mit ein bis zwei sogenannten Entlastungstagen, an denen man nur leichte kalorienreduzierte Kost verzehrt (etwa 1.000 Kilokalorien täglich) und den Körper so auf die kommenden Fastentage vorbereitet. Man verzichtet bereits auf tierische Eiweiße und Genussmittel wie Kaffee, Alkohol und Zucker.

Mit Hilfe von Glaubersalz oder Bittersalz erfolgt dann die erste Darmreinigung zum Start in die Fastenzeit. Im Laufe der Fastentage können in regelmäßigen Abständen weitere Darmentleerungen durchgeführt werden.


Während des Fastens wird nur flüssige Nahrung zu sich genommen. Erlaubt sind Kräutertees, Gemüsebrühe, frische Obst- und Gemüsesäfte und Wasser sowie etwas Honig und Zitrone als Zugabe. Auf etwa 250 Kilokalorien kommt man damit täglich, alles andere ist tabu.


Weitere Bestandteile des Buchinger Fastens sind zudem Leberwickel, Ausdauersport, Gymnastik, Trockenbürstungen und Kneippsche Anwendungen zur Anregung sowie außerdem gezielten Entspannungsübungen.

Anschließend lässt man die Fastenzeit mit den sogenannten Aufbautagen abklingen. Die Nahrungsaufnahme wird dabei über drei Tage hinweg stufenweise gesteigert, um den Körper langsam auf die normale Kalorienzufuhr vorzubereiten und Stoffwechsel- und Verdauungsfunktionen entsprechend anzukurbeln. Hierbei sollte auf eine vegetarische Kost geachtet werden mit viel Obst und Gemüse, vielen Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren." (Quelle: https://www.primal-state.de/heilfasten-anleitung/#Ist-Heilfasten-gesund



Tag 0: Entlastungstag


Es ist Sonntag – der Tag startet ohne Kaffee. Dieses Gefühl ist interessant. Am Wochenende trinke ich gerne meine erste Tasse und diese am liebsten im Bett. Unsere Kinder wecken uns immer so zuckersüß und freuen sich, wenn sie uns mit einem Kaffee überraschen können.


Trotzdem starten wir den Tag sehr lecker: Fühstücksbowl mit Haferflocken, frischen Himbeeren, Blaubeere und Mango. Das Auge isst schließlich auch mit. Die Haferflocken habe ich mit Kokos Milch aufgekocht. Im Nachgang habe ich mir erst einmal durchgelesen wie viel Zucker von Natur aus schon in der Kokos Milch enthalten ist. Sojamilch würde ich daher beim nächsten Mal eher verwenden.


Unser Ziel beim Entlastungstag: Verzicht auf Zucker sowie Salz und ein kompletter Verzicht von tierischen Produkten.


Das Wetter am Sonntag ist ein absoluter Traum. Es regnet aus Eimern. Es ist kalt, nass und recht ekelig. An Bewegung vor der Tür ist also so gar nicht dran zu denken. Ich habe mir also seit langen mal wieder einen ausgiebigen Mittagsschlaf gegönnt, während mein Mann und die Kinder in einer Lego Welt verschwunden waren.

Auch schon beim Entlastungstag ist es wichtig viel zu Trinken. Also heißt es Tee, Tee, Tee und noch mal Tee. Was bei dem kalten Wetter zum Glück nicht das Problem darstellte. Allerdings ist sehr nervig, wie oft die Blase sich meldet! :O)


Durch meinen doch recht langen Mittagsschlaf gibt es dann ein recht spätes Mittagessen. Für meinen Mann und mich gibt es Reis mit gedünstet Gemüse und einem spritzer Lemon. Das Gemüse ist lecker, der Reis hingegen eher rocken und so ohne Soße kein Highlight. Beim nächsten Mal gibt es nur Gemüse.

Für die Kinder gab es Flammkuchen mit Schmand und Speck. Das ganze Haus hat danach gerochen. Am Abend gab es einen Teller Rohkost für meine Mann und mich. Die Kids waren glücklich mit einer Schale Reis und Kokos-Erdnussbutter-Soße und einem großen Joghurt.


Gegen Abend bekomme ich leichte Kopfschmerzen. Ob das bereits auf den fehlenden Kaffee oder die nicht vorhandene frische Luft zurückzuführen ist, kann ich nicht genau sagen.


Natürliches Abführen: Ich trinke an dem Tag Wasser mit Zitronensaft. Das funktioniert super gut.


Tag1– Fasten


Michi: Kopfschmerzen am ersten Tag. Ersten Tag keinen Hunger, aber dafür ziemliche Kopfschmerzen und super müde.

Melli: Erst in der Nacht kamen die Kopfschmerzen, Hungergefühl war auch nicht vorhanden.


Mit Kreislauf hatten wir beide nicht zu kämpfen. Aber wir sind dafür auch beide nicht anfällig. Allerdings haben wir zu spät abgeführt. Das lag zum einen daran, dass wir uns spontan entschieden hatten nur einen Entlastungstag zu machen. Wir hatten einfach keinen Hunger. Da wir beide am Montag arbeiten mussten, konnte ich also erst am Nachmittag zur Apotheke. Mein Mann hat 20 Gramm von dem Salz aufgelöst und ich die Hälfte. Warum hat uns keiner gesagt, dass das warten so lange dauert? Fast 4 Stunden hat mein Mann auf den "Erfolg" warten dürfen. Bei mir hingegen war es viel zu wenig und hat gar nicht funktioniert. Das ist dann ein recht komisches Gefühl so ins Bett zu gehen. Ich wollte ja schließlich nicht Mitten in der Nacht aufspringen. Am Ende war ich dann um 1 Uhr im Bett. Großes Kino. Das mache ich so auf jeden Fall nicht noch mal.


Wir haben uns dafür entschieden einen Grünen-Smoothie zu trinken. Das macht zumindest eine Mahlzeit mit den Kindern erträglicher. Alleine die Gerüche von leckeren Essen und der Tatsache, dass man den Kindern beim Essen zuguckt ist schon echt schwer. Da ja auch noch Ferien sind, kann man Frühstück, Snack und Mittag nicht über Kita und "Schule abfertigen". :)

Nach dem mein Körper sich an die fehlende Nahrung gewöhnt hatte, waren die nachfolgenden Tage nur noch eine Frage des Willens. Wir haben viel Yoga gamacht und einfach die Tage ein wenig langsamer und entspannter.


Tag 2,3,4 und 5 Fasten


Nach dem mein Körper sich an die fehlende Nahrung gewöhnt hatte, waren die nachfolgenden Tag nur noch eine Frage des Willens. Die Kopfschmerzen waren weg und die Lust auf Kaffee auch.


Zusätzlich zu dem Fasten haben wir eine 30 Tage Yoga-Challenge mit Mady Morrison (YouTube) gemacht. Auch die Kinder haben viel Spass und Freude an unseren Yoga Einheiten.


Und hier heißt es einfach Augen zu und DURCHHALTEN! Zu zweit geht das auf jeden Fall besser als alleine.


Tag 6 und 7 - Aufbautage


Die Aufbautage sind ähnlich zu dem Entlastungstag. Langsam, wirklich ganz langsam den Kröper wieder an Nahrung ran führen. Leicht verdauliche Kost zu sich nehmen, in kleinen Mengen. Ind en Aufbautagen auf jeden Fall auf fettige, schwere Kost verzichten.


Fazit


Mit viel Yoga, Bewegung an der frischen Luft und wenn mann die Tage (2-5) ein wenig langsamer und entspannter angehen lässt, ist so eine knappe Woche nichts Essen vollkommen gut. Wir haben uns danach beide total gereinigt und vor allem fit gefühlt. Mein Mann hat direkt seine Ernährung umgestellt und rund 7 Kg in den darauf folgenden 4 Monaten abgenommen. Der Wille zum Starten ist der größte Feind, wenn man einmal dabei ist und nicht für die Kinder kochen muss, ist alles gut!:))


Viel Spass also beim Fasten.




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